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Foto: NOWZAD

Afghanistan: Heftige Kontroverse um 180 gerettete Haustiere

London – Ein Evakuierungsflug mit etwa 180 Katzen und Hunden aus Afghanistan ist am Sonntagmorgen am Londoner Flughafen Heathrow angekommen. Die Organisation Nowzad, die hinter der als „Operation Ark“ (dt. Operation Arche) bezeichneten Aktion steht, bestätigte, dass die Tiere gemeinsam mit Gründer Paul (Pen) Farthing Afghanistan verlassen konnten. Die Tierrettung hat in Großbritannien hitzige Diskussionen und heftige Kontroversen ausgelöst.

Zuvor hatte sich der britische Ex-Soldat Paul Farthing tagelangen mit einer Kampagne für die Evakuierung der Tiere aus einem von ihm gegründeten Tierheim in der afghanischen Hauptstadt Kabul eingesetzt. Ebenfalls wollte Farthing seine Mitarbeiter und deren Angehörigen ausfliegen lassen. Die britische Regierung zögerte zunächst, doch trotz der schwierigen Umstände, stimmte die Regierung dem von Unterstützern finanzierten Charterflug zu, und stellte die bentötigten Visa aus. Leider konnte die Mitarbeiter jedoch schlussendlich nicht mitreisen.

Farthing soll gedroht haben, Berater im Verteidigungsministerium zu „zerstören“

In England wurde durch diesen Fall eine heftige Kontroverse ausgelöst. Großbritanniens Verteidigungsminister Ben Wallace hatte sich beschwert, dass die Diskussion zu dem Fall einfach zu viel Zeit in Anspruch genommen habe. Zudem warf Wallace den Nowzad-Unterstützern vor, sie haben ihre Mitarbeiter unter Druck gesetzt.

Am Sonntag veröffentlichte die Times eine Audio-Nachricht, in der Paul Farthing drohe, einen seiner Berater im Verteidigungsministerium in den sozialen Medien regelrecht „zerstören“ zu wollen, sollte er ihn nicht unterstützen.

Angaben zufolge sollen mehr als 15.000 Menschen bei der britischen Rettungsaktion in Afghanistan evakuiert worden sein. Da jedoch etwa 1.000 Ortskräfte wegen der knappen Zeit zurückgelassen werden mussten, waren viele Briten über die Diskussion und letztendlich Evakuierung der Haustiere empört.

Eine Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts hat ergeben, dass weniger als die Hälfte (49%) der Briten der Meinung wären, dass Menschenleben tatsächlich mehr zählen als das von Tieren. 40% befinden Menschenleben und Tierleben als gleich wertvoll.

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