Es ist wieder so weit, die Amphibienwanderung beginnt:
Jetzt zählt jede helfende Hand! Bist du dabei? Werde ehrenamtlich Helfer und sichere Kröten, Frösche und Molche auf ihrem Weg zu den Laichplätzen. Gemeinsam schützen wir die bedrohten Tiere und retten Leben.
Jedes Jahr, immer ab ca. Ende Februar, wenn die nächtlichen Temperaturen langsam über 5 Grad steigen, erwachen die bei uns beheimateten Amphibien aus ihrem Winterschlaf. Sie machen sich dann auf eine manchmal kilometerlange Wanderung vom Winterquartier zurück zu ihren Laichplätzen. Dabei wandern sie nicht nur über Felder und durch Wiesen und Wälder, sondern müssen auch viel befahrene Straßen überqueren. Deshalb endet der Weg zurück zum Laichgewässer für die Tiere oft tödlich.
Gemeinsam mit unserem Partner
(Anzeige) unterstützen wir den Natur- und Tierschutz und fördern aktiv den Schutz von Amphibien.
Dieser Artikel zeigt, warum ehrenamtliche Helfer bei der Amphibienwanderung unverzichtbar sind und wie auch du dazu beitragen kannst, diese vom Aussterben bedrohten Tiere sicher zu ihren Laichplätzen zu begleiten
Warum freiwillige Helfer wichtig sind
Wer als Kind zumindest gelegentlich Zeit auf dem Land oder im Garten verbracht hat, erinnert sich vielleicht noch daran, wie spannend es war, Frösche, Kröten oder Kaulquappen in einem kleinen Teich zu beobachten. Aber kaum einer weiß wie wichtig Amphibien in unserer Natur wirklich sind. Dabei spielen Frösche, Kröten und Molche eine entscheidende Rolle für das ökologische Gleichgewicht. Amphibien fressen täglich große Mengen an Insekten und tragen so zur natürlichen Schädlingsbekämpfung bei. Selbst die lästigen Plagegeister wie Zecken und Stechmücken stehen auf ihrem Speiseplan.
Gerade Hunde- und Katzenbesitzer dürfte das freuen, denn weniger Zecken bedeuten ein geringeres Risiko für Zeckenbisse bei Haustieren. Amphibienschutz ist also auch ein indirekter Schutz für unsere geliebten Tiere, denn wenn sie seltener gebissen werden, sinkt dadurch gleichzeitig die Gefahr, sich mit durch Zecken übertragenen Krankheiten wie Borreliose zu infizieren.
Damit es auch in Zukunft noch Frösche, Kröten und andere Amphibien gibt, organisieren Naturschutzverbände wie der NABU Hilfsprogramme. Dabei können sich Ehrenamtliche aktiv beteiligen.
Wenn Kröten, Frösche und Molche auf ihre beschwerliche Wanderung gehen, sind sie vielen Gefahren ausgesetzt. Neben Pestiziden ist vor allem der Straßenverkehr ein Problem.
Daher gilt für Autofahrer: Rücksichtsvolles Fahren und die Einhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkung tragen direkt dazu bei, Amphibien zu schützen.
Wie kann man bei der Amphibienwanderung mithelfen?
Um Amphibien vor dem Straßenverkehr zu schützen, stellen Helfer entlang der Straßen sogenannte Krötenzäune auf. Diese Barrieren halten die Tiere davon ab, die Fahrbahn direkt zu überqueren.
Stattdessen fallen sie in eingegrabene Sammelbehälter entlang der Zäune. Ehrenamtliche kontrollieren diese Eimer regelmäßig am Morgen oder am Abend und tragen die gesammelten Kröten, Frösche und Molche sicher über die Straße zu ihren Laichplätzen an Weihern, Teichen oder Seen.
Wer kann bei der Amphibienwanderung helfen & welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?
Handwerkliches Geschick
Du bist handwerklich geschickt? Dann hilf beim Aufbau der Schutzzäune. Dabei sind keine Vorkenntnisse nötig.
Keine Berührungsängste mit Fröschen und Kröten
Als Helfer hebst du auch die Amphibien vorsichtig einzeln aus den Eimern, trägst sie sicher über die Straße und setzt sie wieder in der Natur aus. Daher solltest du keine Berührungsängste im Umgang mit den Tieren haben.
Helfen kann jeder – ohne Altersbeschränkung
Jeder, der Freude daran hat, etwas für Tiere und Natur zu tun, kann als Helfer mitmachen. Familien, Jugendliche und Erwachsene sind herzlich willkommen, dieses einzigartige Naturschauspiel der Amphibienwanderung zu erleben. Kinder finden es oft besonders spannend, und nebenbei lernen sie spielerisch etwas über Natur- und Artenschutz.
Allerdings sollten Familien mit kleinen Kindern beachten, dass das Hilfsprojekt an einer Straße stattfindet und daher besondere Vorsicht im Straßenverkehr wichtig ist.
Zeitaufwand & Einsatzzeiten
Du kannst selbst entscheiden, wie viel Zeit du bei der Amphibienwanderung investieren möchtest. Jeder Einsatz hilft!
Der Krötenzaun wird nach Absprache an einem festgelegten Termin tagsüber aufgebaut, oft in geselliger Runde bei Kaffee und Kuchen.
Darüber hinaus werden über etwa zwei bis drei Monate zahlreiche Helfer benötigt, um in Früh- oder Spätschicht die in den Eimern gesammelten Tiere sicher über die Straße zu bringen.
Wie läuft der Einsatz bei der Krötenwanderung genau ab?
Zunächst wird ein etwa 50 cm hoher Zaun aus Kunststoffgewebe entlang der Straße aufgestellt, sodass die Amphibien ihn nicht überwinden können. Vor dem Zaun werden ebenerdig Eimer eingegraben. Laufen die Tiere an den Zaun, fallen sie in diese Eimer. Zusätzlich schützt Laub am Boden der Eimer die Amphibien vor Witterung und dient ihnen als Versteck.
Über einen Zeitraum von etwa zwei bis drei Monaten kontrollieren Anwohner morgens und abends die Eimer. Die gefundenen Frösche, Kröten und Molche werden vorsichtig auf die andere Straßenseite getragen und dort nicht zu nah an der Straße in Laufrichtung ausgesetzt. Dabei werden die Tiere gut verteilt und mit Laub bedeckt, damit sie vor Fressfeinden geschützt sind.
Zusätzlich registrieren die Helfer alle Amphibien: Anzahl, Art und Geschlecht werden notiert. So leisten die Ehrenamtlichen nicht nur aktiven Schutz, sondern liefern auch wertvolle Daten für den Naturschutz.
Sicherheit & rechtliche Hinweise bei der Amphibienwanderung
Warnweste tragen
Da die Arbeit oft nahe an Straßen und bei Dunkelheit stattfindet, solltest du aus Sicherheitsgründen eine Warnweste tragen.
Eigene Sicherheit geht vor
Das Absammeln von Amphibien auf stark befahrenen Straßen ist gefährlich. Deshalb solltest du die Tiere nicht direkt auf der Straße einsammeln, um dich selbst zu schützen..
Unfallverhütungsmaßnahmen
Freiwillige Helfer werden vor Ort in alle wichtigen Unfallverhütungsmaßnahmen eingewiesen.
Gesetzlicher Schutz der Tiere
Kröten, Frösche und Molche sind gesetzlich geschützt. Sie dürfen nicht gefangen, verletzt, getötet oder mit nach Hause genommen werden.
Selbst ein Projekt organisieren
Wer in seiner Region ein eigenes Amphibienschutz-Projekt organisieren möchte, benötigt für die Aufstellung eines temporären Krötenzauns eine Genehmigung. Für Informationen dazu wendest du dich am besten an den NABU. Allerdings ist es deutlich einfacher bestehende Projekte zu unterstützen und dort aktiv mitzuhelfen.
Wo finde ich Projekte in meiner Nähe
Jedes Jahr rufen verschiedene Naturschutzprojekte und Vereine zur ehrenamtlichen Mithilfe bei der Krötenwanderung auf. Daher hat der NABU online eine übersichtliche Liste lokaler Amphibienschutz-Projekte in Deutschland veröffentlicht.
Dort findest du sicher auch ein Krötenschutzprojekt in deiner Nähe:
Häufige Fragen zur Freiwilligen Hilfe bei der Amphibienwanderung (FAQ)
Ist es erlaubt, Amphibien über die Straße zu tragen?
Ja, das ist erlaubt. Setze die Tiere dabei in Laufrichtung nahe am Gewässer und etwas entfernt von der Straße wieder aus, um sie zu schützen.
Wie viel Zeit nimmt die Hilfe in Anspruch?
Du kannst schon mit einer Stunde helfen – oder dich länger einbringen. Jede Unterstützung zählt!
Ist die Hilfe versichert?
Wer im Auftrag oder mit Zustimmung von Behörden oder Kommunen ehrenamtlich tätig ist, ist gesetzlich unfallversichert.
Ab wann beginnt die Amphibienwanderung im Frühjahr?
Die Amphibien wandern im Frühjahr, sobald die nächtlichen Temperaturen über 5 °C steigen und das Wetter eher feucht ist.
Braucht man eine Genehmigung für die Tätigkeit?
Für die Unterstützung bestehender Amphibien-Hilfsprojekte ist keine Genehmigung nötig. Wer allerdings ein eigenes Projekt organisieren möchte, benötigt eine offizielle Genehmigung.
Darf ich meinen Hund mitbringen?
Bei gemeinschaftlichem Aufbau des Krötenzauns kann ein gut erzogener Hund mitgebracht werden, da keine Amphibien direkt vor Ort sind. Allerdings solltest du dies vorher mit dem Projektleiter absprechen.


