Nach den Feiertagen beginnt die härteste Zeit des Jahres
Während viele Menschen nach Weihnachten zur Ruhe kommen, beginnt für Tierheime eine der belastendsten Phasen des Jahres. Kaum sind die Feiertage vorbei, steigt die Zahl der abgegebenen, ausgesetzten und als Fundtiere aufgenommenen Tiere deutlich an. Was wenige Wochen zuvor noch als „süße Überraschung“ unter dem Weihnachtsbaum lag, wird plötzlich zur Überforderung.
Katzen tauchen vor verschlossenen Tierheimtoren auf, Hunde werden an Rastplätzen angebunden zurückgelassen, Kleintiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen werden im Wald ausgesetzt. Für die Tiere beginnt damit oft ein Leidensweg – besonders im Winter, wenn Kälte, Hunger und Stress lebensbedrohlich werden können.
Warum Tiere so oft ungewollte Geschenke werden
Die Idee, ein Tier zu verschenken, entsteht meist aus guten Absichten. Ein Kind wünscht sich schon lange einen Hund, die Partnerin liebt Katzen, der Gedanke an ein lebendiges Geschenk wirkt emotional und besonders. Doch genau darin liegt das Problem: Tiere sind keine Dinge.
Häufig werden Tiere spontan verschenkt, ohne vorherige Absprache mit den Beschenkten. Erst nach einigen Wochen wird klar, was ein Tier wirklich bedeutet:
- tägliche Pflege
- Zeitaufwand über viele Jahre
- laufende Kosten für Futter, Tierarzt und Zubehör
- Verantwortung auch bei Krankheit, Umzug oder Lebensveränderungen
Was zunächst niedlich wirkt, wird im Alltag schnell zur Belastung. Die Folge: Tiere landen im Tierheim – oder schlimmer noch, sie werden einfach ausgesetzt.
Die Konsequenzen für Tiere und Tierheime
Für die betroffenen Tiere ist die Situation dramatisch. Ein plötzlicher Ortswechsel, Trennung von Bezugspersonen und der Aufenthalt im Tierheim bedeuten enormen Stress. Besonders Jungtiere oder ältere Tiere leiden stark unter dieser Veränderung.
Tierheime stoßen in dieser Zeit regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenzen:
- Plätze sind überfüllt
- Personal und Ehrenamtliche arbeiten am Limit
- finanzielle Ressourcen werden knapp
Hinzu kommen die vielen Fundtiere, die niemand vermisst oder abholt. Jedes einzelne Tier bedeutet zusätzliche Verantwortung – und zusätzliche Kosten.
Aussetzen ist kein Kavaliersdelikt – sondern eine Straftat
Was viele nicht wissen oder verdrängen: Das Aussetzen von Tieren ist strafbar.
Wer ein Tier einfach zurücklässt, handelt nicht nur herzlos, sondern verstößt gegen das Tierschutzgesetz. In Deutschland drohen dafür Bußgelder von bis zu 25.000 Euro.
Doch selbst diese Strafe kann das Leid der Tiere nicht ungeschehen machen. Besonders im Winter haben ausgesetzte Tiere kaum Überlebenschancen. Kälte, Hunger, Verletzungen und der Straßenverkehr werden schnell zur tödlichen Gefahr.
Verantwortung beginnt vor der Anschaffung
Ein Tier begleitet uns nicht für Wochen oder Monate, sondern oft über viele Jahre hinweg. Wer darüber nachdenkt, ein Tier aufzunehmen, sollte sich daher ehrlich fragen:
- Habe ich langfristig Zeit für dieses Tier?
- Kann ich mir Tierarztkosten auch im Notfall leisten?
- Passt ein Tier zu meinem Lebensstil – auch in fünf oder zehn Jahren?
Diese Fragen lassen sich nicht zwischen Geschenkpapier und Weihnachtsessen beantworten. Sie brauchen Zeit, Überlegung und idealerweise Beratung.
Was stattdessen eine gute Idee ist
Wer einem Tier oder einem Tierfreund etwas Gutes tun möchte, hat viele sinnvolle Alternativen:
- Tierpatenschaften übernehmen und gezielt helfen
- Zeit schenken, zum Beispiel durch Gassigehen oder Mithilfe im Tierheim
- gemeinsam mit der beschenkten Person ein Tierheim besuchen und sich beraten lassen
- Zubehör, Futter oder Spenden verschenken
So wird Tierliebe nicht zur Belastung, sondern zu echter Hilfe.
Wenn es doch zu viel wird: Hilfe suchen statt aussetzen
Manchmal ändern sich Lebensumstände trotz bester Planung. Wichtig ist dann: Du bist nicht allein.
Tierheime, Tierschutzvereine und Beratungsstellen helfen, Lösungen zu finden – sei es durch Vermittlung, Unterstützung oder Beratung.
Aussetzen ist niemals eine Lösung. Hilfe anzunehmen hingegen ist ein verantwortungsvoller Schritt – im Sinne des Tieres.
Fazit: Tiere sind kein Geschenk, sondern ein Versprechen
Ein Tier bedeutet Vertrauen, Abhängigkeit und Verantwortung. Wer ein Tier verschenkt oder annimmt, gibt ein Versprechen ab – oft für viele Jahre. Dieses Versprechen sollte niemals leichtfertig gegeben werden.
Tierheimhelden & Kölle Zoo – ein starkes Team seit mehr als 10 Jahren
Wir danken Kölle Zoo für die langjährige Partnerschaft und ihr Engagement im Tierschutz und freuen uns auf ein gemeinsames Jahr 2026.


