Ein kleines bisschen Hoffnung

Im Tierheim läuft selten irgendwas nach Plan.
Manchmal häufen sich die Anfragen schneller, als man antworten kann.
Manchmal steht ein Tier vor der Tür, obwohl drinnen längst kein Platz mehr ist.
Und manchmal fragt man sich: Merkt da draußen eigentlich irgendwer, wie es uns geht?

Als Ariane Kari im Juni 2023 zur ersten Tierschutzbeauftragten der Bundesregierung ernannt wurde, war das für viele im Tierschutz mehr als nur eine politische Geste. Zum ersten Mal war jemand da, der sich nicht nur für Tierwohl im Allgemeinen einsetzte, sondern für die konkreten Probleme, mit denen Tierheime täglich kämpfen.

Ein Tisch, an dem es um Lösungen ging

Im Februar 2024 initiierte Ariane Kari den ersten Runden Tisch zur Lage der Tierheime. Eingeladen waren Menschen aus dem Tierschutz, Tierheimleitungen, Kommunen, Behörden und Fachverbände.

Beim Runden Tisch ging es nicht um große Worte – sondern um konkrete Lösungen für Probleme, die schon viel zu lange bekannt sind.

Die vier zentralen Themen:

  1. Warum immer mehr Tiere abgegeben werden
  1. Wie Tierheime verlässlich finanziert werden können
  1. Wer bei Fundtieren verantwortlich ist – rechtlich und finanziell
  1. Warum Kennzeichnung und Registrierung so wichtig sind

Zu jedem Bereich wurden Arbeitsgruppen gebildet, die bis März 2025 praxisnahe Empfehlungen erarbeiteten – direkt aus dem Tierheimalltag heraus, abgestimmt mit denen, die es betrifft.

Und jetzt? Jetzt soll genau das wieder enden.

Obwohl der Prozess gerade erst begonnen hat, wurde der Vertrag der Tierschutzbeauftragten nur noch bis Sommer 2025 verlängert. Ob es danach weitergeht? Ungewiss.
Begründung: Sparmaßnahmen. Bürokratieabbau.

Für Tierheime bedeutet das nicht nur, dass eine politische Ansprechpartnerin fehlt. Sondern auch: dass das, was da gerade erst aufgebaut wurde, keine Zukunft haben soll.

Unser Fazit:

Tierheime brauchen keine leeren Versprechen. Sie brauchen Strukturen, die tragen – und Menschen, die zuhören, bevor es zu spät ist.

Mit dem Amt der Tierschutzbeauftragten wurde ihnen – und den Tieren – zum ersten Mal auf Bundesebene eine Stimme gegeben.


Diese Stimme jetzt wieder verstummen zu lassen, wäre mehr als ein Rückschritt.

Es wäre das Ende eines Gesprächs, das gerade erst begonnen hatte.
Und die Frage bleibt:


Wie ernst meinen wir es eigentlich mit dem Tierschutz – wenn er dort endet, wo er am dringendsten gebraucht wird?