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Bounty kommt nach Hause

Fünf Jahre nach dem Aufkeimen meines Wunsches nach einem Hund war es endlich so weit: Am 2. Februar 2013 fuhren mein Freund und ich das erste Mal ins Tierheim Brandenburg, um unsere „Auserwählte“, Bounty, kennenzulernen. Ich war unglaublich aufgeregt. Die ganze Autofahrt lang saß ich grinsend im Auto, rieb mir die Hände und in meinem Bauch kribbelte es. Heute konnte tatsächlich der Tag sein, an dem sich entscheidet, ob Bounty unser neues Familienmitglied werden würde.

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Bounty beim Spaziergang, Copyright by Anne Röhling

Bei der Ankunft im Tierheim ging es erst einmal ins Büro. Wir mussten auf die Tierheimleiterin warten, die gerade mit der Vermittlung eines anderen Tieres beschäftigt war. Einige Minuten später kam sie herein und begrüßte uns. Sie erklärte uns wie das Kennenlernen ablaufen sollte: Bounty würde von einem Pfleger in den Innenhof gelassen, dann könnten wir sie zur ersten Gassi-Runde auf die Brachfläche außerhalb des Tierheims mitnehmen. Wir könnten so lange spazieren gehen, wie wir wollten, nur die Schleppleine sollte immer am Hund bleiben und auch nicht los gelassen werden.

Nach diesem ersten Kennenlernen sollten noch zwei weitere Treffen folgen. Erst danach gibt das Tierheim Brandenburg seine Tiere heraus. Die Erfolgsquote des Tierheims spricht für sich: Das genaue Auswahl- und Kennenlern-Verfahren lässt beiden Seiten genügend Zeit, sich kennenzulernen, Verhalten abzuschätzen und Eigenheiten zu erfahren. „Zur Probe“ würde in diesem Tierheim nie ein Tier mit nach Hause gegeben, das sei für die Hunde nur mit enormem Stress verbunden, wenn sie dann wieder zurück ins Heim müssten. Eine Art der Vermittlung, die uns sehr zusagte.

Bounty, der kleine Irrwisch

Nach dieser Unterhaltung gingen wir in den Innenhof und eine Minute später kam ein kleiner schwarzer Blitz aus der Tür des Hundehauses geschossen. Ein kleiner Wuschel wuselte um die Menschen herum, sprang freudig und aufgeregt jeden an und begrüßte die Freiheit. Bounty war endlich da. Meine ersten Gedanken: „Oh, die ist aber klein. Und ein bisschen zu dick.“ — Ja, tatsächlich sah Bounty nicht ganz so aus wie auf dem Bild im Internet. Sie war kleiner als ich sie mir vorgestellt hatte und durch das dichte Winterfell und die fehlende Bewegung ein bisschen rundlich.

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Bounty beim Spaziergang, Copyright by Anne Röhling

Trotzdem: Sie war es! Sie war unser Hund. Wir gingen hinaus auf die Wiese und ließen uns erst einmal eine Weile an der Leine durch die Gegend ziehen. Bounty genoss die seltene Gelegenheit und wollte hier hin, wollte da hin. Oh, da hinten, ein Rebhuhn! Nix wie hin! Doch nach einigen Übungen, in der wir Bounty hin und her riefen und sie mit den Leckerchen des Tierheims belohnten, merkten wir schnell, was Bounty möchte: Mitmachen!

Sie war so schlau, so aufmerksam und ihr Blick sagte eindeutig: Mach etwas mit mir und wir werden eine Familie. Nach knapp zwei Stunden, die wir mit Bounty durch den Schnee stapften, brachten wir sie zurück ins Tierheim. Für uns war klar, dass der Rest nur noch eine Formsache war. Bounty sollte zu uns nach Hause kommen. Wir fuhren mit einem lachenden und einem weinenden Auge und kamen eine Woche später wieder zurück. Das Ergebnis war dasselbe: Bounty machte prima mit und beim zweiten Abschied wollte sie sogar schon am liebsten mit uns wieder zur Tür hinaus.

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Bounty beim Spaziergang ,Copyright by Anne Röhling

Bounty kommt nach Hause

Beim dritten und letzten Besuch war meine Aufregung dann noch bedeutend größer als beim ersten Mal. Ausgestattet mit Geschirr, Leine und Auto-Sicherung kamen wir im Tierheim an, füllten den Vermittlungsvertrag aus, übergaben die Schutzgebühr und dann war Bounty: Unser Hund. Unser neues Familienmitglied. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Die Tierpfleger und auch die Tierheimleiterin freuten sich sehr für Bounty, denn sie wussten, dass sie gute Menschen gefunden hat. Am Auto angekommen sprang Bounty ohne zu zögern ins Auto und die Heimreise verlief ohne Probleme. Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte, entspannte sie sich und machte die Augen zu.

Bounty zu Hause
Bounty zu Hause, Copyright by Anne Röhling

Und auch Zuhause war schon alles für Bounty vorbereitet: Das Bett stand bereit und ihre Decken in Küche und Wohnzimmer, der Wassernapf war gefüllt. Das war dann auch Bountys erste Amtshandlung in ihrem neuen Zuhause: Trinken. Danach erkundete sie ruhig ihre neue Umgebung und legte sich nur wenige Minuten nachdem sie ihr neues Zuhause betreten hatte, unter den Tisch. Bounty war angekommen und wir waren glücklich!

>> Lest nächste Woche, wie das erste Jahr mit Bounty verlief. 

 

 

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Anne Röhling, 32 Jahre

Online-Redakteurin, Diplom Online-Journalistin (FH)

Leidenschaftlicher Hundefan und seit 2. März 2013 stolze Besitzerin der Border-Collie-Mix-Hündin Bounty (3 Jahre).

Beim gemeinsamen Erleben stehen lange Spaziergänge, Fährtensuche, Futter-Suchspiele, Dummy-Training. Tricks, Frisbee und Agility ganz weit oben.

 

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