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Die Impfung beim Kaninchen- welche sind möglich, welche notwendig und welche Impfintervalle sind sinnvoll?

Nicht nur Hund und Katze, sondern auch Kaninchen sollten regelmäßig beim Tierarzt untersucht und geimpft werden.
Aber gegen welche Erkrankungen sollte man impfen?

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Myxomatose

Die Myxomatose ist eine virale Erkrankung, die durch ein Pockenvirus verursacht wird. Die Übertragung erfolgt vor allem über Stechmücken, weshalb vor allem im Sommer ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. Die Infektion kann aber auch über infizierte Tiere oder kontaminiertes Futter erfolgen. Es gibt zwei Krankheitsformen bei der Myxomatose. Die ödematöse und die knotige Form. Bei der ödematösen Form haben die Tiere Nasenausfluss und die Schleimhäute im Gesichts- und Genitalbereich schwellen stark an. Hierdurch haben die Tiere Atemprobleme, Schluckbeschwerden und meist kommt es zusätzlich zu bakteriellen, eitrigen Infektionen. Oft hören die Tiere in diesem Zusammenhang auf zu fressen und magern ab oder versterben.
Bei der knotigen Form ist der Körper von Knoten übersät und die Tiere versterben meist plötzlich.
Eine Behandlung ist bei beiden Verläufen selten erfolgreich. Man kann versuchen mit Antibiotika, Paramunitätsinducern, Infusionen und Zwangsfütterung die Symptome zu lindern. Die Behandlung ist aufwendig und beim Einsatz von antiviralen Medikamenten sehr teuer. In den meisten Fällen müssen die Tiere allerdings euthanasiert werden, da sie stark leiden.
Wichtig ist daher die Prophylaxe.
Eine Myxomatoseimpfung steht zur Verfügung. Üblicherweise werden die Tiere ab einem Alter von 8 Wochen geimpft. Bei hohem Infektionsdruck ist die Erstimpfung ab der 4. Lebenswoche mit einer Wiederholungsimpfung im Alter von 8 Wochen möglich. Der Impfschutz beträgt bei Verwendung des neuesten Impfstoffes ein Jahr.
Außerdem sollte kein Grünfutter von Wiesen verfüttert werden, auf denen Wildkaninchen leben und eine Insektenbekämpfung ist sinnvoll.

RHD

Die RHD (Rabbit Hemorrhagic Disease), auch Chinaseuche genannt, wird durch ein Calicivirus hervorgerufen. Die Übertragung erfolgt durch den direkten Kontakt mit erkrankten Tieren, kontaminiertes Futter oder durch Stechmücken. Als Symptome werden Apathie, Atemnot, blutiger Nasenausfluss, blutiger Urin oder Petechien (Blutflecken auf der Haut) beobachtet. In den aller meisten Fällen versterben die infizierten Tiere allerdings innerhalb kürzester Zeit und werden von den Besitzern tot aufgefunden. Dann kann die Diagnose nur durch eine Sektion erstellt werden.
Manchmal kommen mildere Verläufe mit mangelnder Aktivität oder reduzierter Futteraufnahme vor. Eine Behandlung der Krankheit ist nicht möglich. Depresse
Deshalb ist auch hier die prophylaktische Impfung wichtig und sinnvoll.
Die Tiere werden ab der fünften Lebenswoche einmal jährlich geimpft. Bei Ausstellungstieren besteht eine Impfpflicht.

Pasteurella multicida und Bordetella bronchiseptica

Gegen Pasteurella multicida und Bordetella bronchiseptica, zwei Erreger des Kaninchenschnupfenkomplexes, kann ebenfalls geimpft werden. Dies wird allerdings nur in Kaninchenzuchten empfohlen.
Kaninchenschnupfen beschreibt eine Infektionskrankheit, bei der meist mehrere Erreger beteiligt sind. Neben Pasteurella multocida und Bordetella bronchiseptica tauchen auch Streptokokken, Staphylokokken, Mykoplasmen und verschiedene Viren auf. Die Keime kommen bei vielen klinisch gesunden Tieren vor. Oft sind zusätzliche Faktoren wie Zugluft, eine hohe Luftfeuchtigkeit, Fütterungsfehler, Parasitenbefall oder Stress (Ausstellungen, Umzug, neue Partnertiere) entscheidend. Wird das Immunsystem belastet, kommt es zur Vermehrung der Keime und zum Ausbruch der Erkrankung.

Kaninchenschnupfen

Beim Kaninchenschnupfen haben die Tiere meist weißen bis gelben Nasenausfluss und niesen. Oft sind die Pfoten mit Sekret verklebt, weil die Tiere sich ständig über die Nase wischen um sich zu putzen. Die Atemwege sind stark entzündet und es kann im weiteren Verlauf zu einer Lungenentzündung kommen. Oft entsteht eine chronische Erkrankung oder es kommt zu Rezidiven (Rückfälle mit einem erneuten Ausbruch der Erkrankung). Nur in seltenen Fällen können die Erreger komplett eliminiert werden, auch wenn über einen langen Zeitraum Medikamente gegeben werden. Neben Antibiotika sind vor allem Schleimlöser, Entzündungshemmer und Paramunitätsinducer im Einsatz. Auch ein regelmäßiges Inhalieren oder das Spülen der Nase mit einer Kochsalzlösung kann den Tieren Erleichterung verschaffen. Teilweise müssen die Tiere zwangsernährt werden, wenn sie auf Grund des starken Schnupfens nicht mehr richtig fressen. Vor allem Jungtiere, die sich früh infizieren und noch kein voll ausgebildetes Immunsystem haben, können versterben. lCIMG1718
Bei größeren Kaninchenbeständen sind strenge Quarantänemaßnahmen zu beachten, um eine Erregerverbreitung zu vermeiden. Hier sollten die Jungtiere mit vier und sechs Wochen geimpft werden und im Anschluss sollte die Wiederholungsimpfung alle 6 Monate oder bei bevorstehenden Stresssituationen erfolgen. Tragende Häsinnen sollten im ersten Trächtigkeitsdrittel geimpft werden.

Unser Ratschlag

Kaninchen sind Fluchttiere und zeigen von Natur aus kaum, wenn es ihnen schlecht geht. Daher sollte man seine Kaninchen täglich genau anschauen und auf Symptome wie Augen- oder Nasenausfluss, Durchfall oder Apathie achten. reizendes-kaninchen-5972,1600x1200,5972

Wichtig ist auch die Futteraufnahme zu kontrollieren und die Tiere regelmäßig zu wiegen. Alle halbe Jahr sollten die Kaninchen beim Tierarzt vorgestellt werden, um sie genau untersuchen zu lassen. Dann steht einem langen, glücklichen Kaninchenleben nichts im Weg.

Eine Kurz-Info zur Autorin dieses Beitrags:

Sita Meinzer Gastautor
Dr. Sita Meinzer ist seit April 2010 Tierärztin im Kleintierzentrum in Erdweg. Sie hat im Juli 2012 über die Therapie von aggressiven Hunden promoviert und macht zur Zeit ihren Fachtierarzt für die Innere Medizin der Kleintiere. Im Kleintierzentrum betreut sie neben der tierärztlichen Tätigkeit den Tierfriseur und führt Verhaltenstherapien durch. Ihre Freizeit widmet sie ihren Tieren.
Am liebsten ist sie mit ihrem Pferd und ihren Hunden in der Natur unterwegs und macht Dog Dance und Mantrailing. Außerdem besucht sie mit ihren Hunden behinderte und alte Menschen als Mitglied der Streichelbande.

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