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Hund trotz Arbeit – ein Organisationsaufwand, der sich absolut lohnt

Hund trotz Arbeit

„Ein Leben ohne Hund ist Schund“- Drastisch formuliert, aber oft das Empfinden, wenn man mit Hund aufgewachsen ist und irgendwann der Familienhund nicht mehr ist. Aber was tun, wenn man erwachsen und wie der Partner voll berufstätig ist? Ich wurde Wochenend-Gassigeher beim Münchner Tierheim und sehr schnell feste Hundepatin, genau wie mein Freund, und die Wochenenden standen immer unterm Hundestern. Wir hätten gerne jeden unserer Patenhunde adoptiert, aber unsere Lebensumstände wären leider keinem dieser Hunde gerecht geworden-dabei wurde die Sehnsucht nach einem eigenem Hund immer grösser.

Sarah&Kara

Wir trafen Vorbereitungen; Vermietererlaubnis einholen, Hundehaftpflicht in die Wege leiten und das allerwichtigste: einen zuverlässigen Gassigeher suchen. Oft wird Tierheimen ja vorgeworfen, dass es als arbeitender Mensch nahezu unmöglich ist, einen Hund zu adoptieren. Beim Münchner Tierheim ein unberechtigter Vorwurf, dort gilt das Credo „Es muss halt passen“. Und passen würden wir zu einem ruhigen Hund, der nicht ständig bespaßt werden muss, einige Zeit alleine bleiben kann und den der Gassigeher problemlos aus der Wohnung abholen kann. Wir hatten Glück, nach knapp zwei Jahren Wochenend-Gassigehen, kurz nachdem unser vierter Patenhund ein Zuhause gefunden hatte und nahezu zeitgleich mit dem Fund einer zuverlässigen Gassigeherin, sagten uns die Tierpflegerinnen: „Ihr solltet die Kara kennenlernen!“

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Eine Woche später zog Kara ein- und es funktionierte! Morgens eine große Runde mit ihr durch den Riemer Park, dann machten wir uns auf zur Arbeit, Mittags kam die Gassigeherin, führte Kara aus und wieder zurück und abends gingen wieder wir mit ihr auf Tour. Wir lernten eine andere Hundefreundin kennen und fortan ging ich morgens mit zwei Hunden los und Kara kam am Nachmittag zu einem zusätzlichen Spaziergang mit ihrem Hundekumpel.

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Hund trotz Arbeit – Berufliche Veränderung

Dann kam die berufliche Veränderung, ein Umzug nach Aachen stand an-und mit ihm die Sorgen: Werden wir wieder so eine perfekte Betreuungslösung finden und eine Wohnung, in der Hundehaltung erlaubt ist? Der Hund lässt Prioritäten setzen: Ich schaute erst nach potentiellen Gassigehern und dann nach Wohnungen in deren Umgebung…

Wohnungssuche mit Hund ist ernüchternd. Ein Grossteil der Wohnungen fällt weg, da Tierhaltung unerwünscht ist. Wenns in der Anzeige nicht steht, der Telefonanruf: „Oh, Akademiker, doppeltes Einkommen, keine Kinder, sehr schön- was, ein Hund?! Nein, lieber nicht!“ So ging es sehr oft, bis eine Vermieterin direkt anfing, von ihrem Hund zu erzählen. Die Wohnung (mit großem Garten!) wurde es dann auch direkt und das Beste war: Auch die Nachbarn nebst Nachbarshund waren bei der Wohnungsbesichtigung direkt von Kara angetan und eine neue Betreuungslösung war da.

Jetzt ist Kara ab Mittag bei der netten Nachbarin, geht mit Gassi und verbringt den Nachmittag in Haus und Garten mit ihrem neuen Hundekumpel, welcher durch sie mit 14 Jahren einen Art zweiten Frühling erlebt.

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Natürlich kostet das alles Zeit und Geld. Spontan nach der Arbeit mit den Kollegen noch was trinken gehen, wird schwierig und die Nachbarin bekommt zehn Euro pro Tag, aber; das ist es uns allemal wert, unser Leben mit einem Hund teilen zu können und ihn zufrieden und gut versorgt zu wissen. Einmal die Woche kommt Kara mit ins Büro, wir spazieren über die Felder zur Arbeit, Mittags geht’s in den angrenzenden Park, abends wieder zurück und zwischendurch döst sie unterm Schreibtisch-unterbrochen von Büronachbarn, die ihr Maskottchen kuscheln möchten.

Klar, das funktioniert alles nur mit einem unkomplizierten und ruhigem Hund und so einen findet man vielleicht nicht auf Anhieb im Tierheim. Aber das Warten lohnt sich und sowohl der organisatorische als auch der finanzielle Aufwand, welcher mit der Kombi Berufstätigkeit und Hund verbunden ist, macht sich tausendfach bezahlt, denn man weiß ja bereits für sich „Ein Leben ohne Hund wäre Schund!“

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