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Zwei bilder. Eine Katze zu Hause in ihrem Körbchen, eine Katze draußen, die über eine Mauer läuft.

Katzenhaltung: Wohnungskatze oder Freigänger?

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Die meisten Tierhalter Europas lassen ihre Katze ins Freie gehen. Es gibt allerdings auch Halter, die sich für eine Katzenhaltung im Haus entscheiden. Dieser Artikel spricht wichtige Aspekte an, die bei der jeweiligen Haltungsform beachtet werden sollten. Wir versuchen euch bei dieser wichtigen Entscheidung zu helfen. Was gilt bei dir für die Katzenhaltung: Wohnungskatze oder Freigänger?

Die Wohnungskatze

1. Eine Zweitkatze anschaffen: Eine Wohnungskatze sollte nicht als Einzelkatze gehalten werden, insbesondere bei berufstätigen Besitzern. Daher ist eine Zweitkatze erforderlich.

2. Man sollte einer Wohnungskatze ein Alternativ-Programm zum Freigang bieten. Ein gutes Beispiel hierzu wäre ein Katzengehege oder den Balkon mit einem Katzennest versehen (wenn zulässig), um ihr so zumindest einen beschränkten Ausgang zu bieten.

3. Aktiv mit der Katze spielen: Langeweile ist für eine Katze ganz schlimm. Bewegung bei Katzen ist aber nicht nur gegen Langeweile gut. Auch zum Abbau von überschüssiger Energie wird Bewegung benötigt. Spielzeug alleine reicht da nicht. Auch der Mensch muss sich aktiv mit dem Tier beschäftigen und mindestens eine Stunde pro Tag mit der Katze spielen. Dies fördert zudem die Katze-Mensch-Beziehung.

4. Biete deiner Katze Rückzugsorte. Denn besonders Wohnungskatzen, die nicht nach draußen können, wenn sie sich unwohl fühlen, muss man Rückzugsorte bieten. Daher sollte sie auch möglichst Zugang zu sämtlichem Räumlichkeiten in der Wohnung oder im Haus haben. Gerade wenn es vielleicht mal lauter wird und die Musik oder der Fernseher lauter gestellt wird, möchte die Katze mit ihrem empfindlichen Gehör vor dem Krach flüchten. Aber nicht nur für den Rückzug ist dies erforderlich. Auch gerade weil ihr Revier ohne Auslauf bereits sehr eingeschränkt ist.

5. Katzen sind allgemein sehr neugierig. Offene Türen und Fenster sollten daher weitestgehend geschlossen sein, sofern man seine Katze nicht im Blick hat. Sie sind auch sehr flink, daher vergewissern Sie sich, dass Ihre Katze nicht eben schnell an Ihnen vorbeigeflitzt ist, während Sie die Tür aufgemacht haben. Für Hauskatzen kann die „große, weite Welt“ nämlich gefährlich sein.

Vorteil Wohnungskatze:

  • Eine Wohnungskatze wird regelmäßig gefüttert und hat stets frisches Trinkwasser zur Verfügung.
  • Eine Wohnungskatze bekommt regelmäßige Streichel- und Krauleinheiten.
  • Eine Wohnungskatze zu halten fördert den Erhalt anderer Tierarten. Denn Hauskatzen jagen dadurch nicht im Freien und reduzieren so die hohe Zahl von Todesfällen bei Vögeln, insbesondere während der Fortpflanzungssaison.
  • Eine Wohnungskatze ist sicherer. Im Freien gibt es dutzende Möglichkeiten, verletzt zu werden.

Nachteil Wohnungskatze:

  • Einer Wohnungskatze muss man ein katzenfreundliches Zuhause mit ausreichend Spielmöglichkeiten bieten.
  • Einer Wohnungskatze muss man ein regelmäßiges aktives Spielen täglich möglich machen – mindestens eine Stunde gemeinsam mit dem Besitzer.

Der Freigänger

1. Eine Katze, die an Freigang gewöhnt ist, wird sich nur schwer an ein Wohnungsleben umgewöhnen können, falls dies einmal notwendig sein sollte.

2. Durch die Gefahren, die draußen auf Katzen lauern können, haben Freigängerkatzen im Schnitt eine kürzere Lebenserwartung als Hauskatzen. Besonders Verkehrsunfälle treten häufig auf. Aus Sicherheit sollte die Katze spezielle Reflektoren oder Leuchthalsbänder tragen. Vergewissere dich jedoch, dass dein Vierbeiner damit nirgends hängenbleibt und sich nicht daran verletzen oder sogar strangulieren kann.

3. Heutzutage sind Katzenreviere eng besiedelt. Daher kommt es auch zwangsläufig zu unfreundlichen Begegnungen mit Nachbarskatzen oder Streuner. Dies kann zu Verletzungen führen oder aber auch gefährliche Katzenkrankheiten übertragen. Daher sind besonders für Freigänger regelmäßige Impfungen, wie bspw. die Tollwut, von ganz besonderer Wichtigkeit.

4. Auch wenn die Katze auf Jagd geht, kann dies Krankheiten oder Parasiten übertragen.

5. Der Freigänger kann anderen Tieren zum Opfer fallen. Nicht nur andere Katzen oder Hunde können draußen gefährlich werden. Auch Füchse oder wie man es ab und an in den Nachrichten liest, Wölfe können ein Problem werden.

6. Es müssen aber gar nicht die Tiere selbst sein. Befindet sich die Katze in der Nähe von Forstrevieren, kann es dadurch zu Jagdunfällen kommen.

7. Eine freilaufende Katze kann auch gestohlen werden. Diese könnte dann als eigenes Tier sogar verkauft werden. Manche Personen möchten Katzen absichtlich Leid zufügen, da sie eine Ruhestörung für sie darstellen – gerade in der Nachbarschaft kommt dies vor.

8. Daher und allgemein ist es wichtig, mit Ihren Nachbarn zu klären, wie katzenfreundlich sie sind. Auch kann es sein, dass die Katze manchmal über Nachbargrundstücke klettert.

9. Hat die freilaufende Katze eine Lebensmittelunverträglichkeit oder muss eine bestimmte Diät einhalten, ist es schwierig dies zu kontrollieren. Manchmal bekommt sie Leckerlis von bspw. Nachbarn angeboten oder frisst andere Dinge. Dies kann zu Problemen führen.

10. Eine Kastration ist bei freilaufenden Katzen unumgänglich. Es gibt bereits genügend streunende Katzen, die kein Zuhause haben.

Vorteil Freigänger:

  • Freigänger haben weniger Langeweile.
  • Freigänger können ihren natürlichen Jagdinstinkt und ihr Revierverhalten frei ausleben.
  • Freigänger können ihrer natürlichen Neugier nachgehen.
  • Freigänger können durch das Ausleben natürlicher Instinkte ihre Sinne schärfen.
  • Freigänger meiden am ehesten Übergewicht, da sie sich draußen mehr bewegen können.

Nachteil Freigänger:

  • Freigängerkatzen haben eine kürzere Lebenserwartung als Hauskatzen.
  • Freigänger können den Weg nach Hause nicht mehr zurückfinden.
  • Freigänger könnten sich im Freien verletzen oder Krankheiten bekommen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Freigänger wesentlich gefährlicher lebt, die Wohnungskatze dagegen möglicherweise das langweiligere Leben führt. Insbesondere für die Wohnungskatze muss mehr Beschäftigung geboten werden.

Wohnungskatze oder Freigänger an das Gegenteil gewöhnen?

Wenn man eine reine Wohnungskatze hast, sollte man es sich gut überlegen, ob man ihr Freilauf gibt. Denn sie ist nicht an das Leben im Freien gewöhnt. Ihr sind die Gefahren und Risiken draußen unbekannt. Außerdem sollte man sich bewusst sein, wenn die Wohnungskatze gefallen an dem Freigang findet, dass sie es immer wieder einfordern wird nach draußen zu dürfen.

Kann man aber andersherum eine freilaufende Katze zur Wohnungskatze umerziehen? Ja, das ist schon eher machbar. Dies ist allerdings mit viel Geduld und auch Stress für Sie und Ihre Katze verbunden. Denn Ihre freiheitsliebende Katze wird ihr Revier da draußen, das Jagen und den Kontakt zu anderen Tieren sehr vermissen. Daher solltest du deiner Katze ausreichend Abwechslung in der Wohnung bieten und Möglichkeiten zum Spielen und Tollen geben.

Also was meinst du: Wohnungskatze oder Freigänger?

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