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Wie Jimmy unser Leben bereicherte

Mein Partner und ich sind schon immer Feuer und Flamme für Tiere.   Jimmy 3 Ich selber komme vom Land und bin mit Tieren aufgewachsen. Hunde, Katzen, Pferde, Kaninchen, Hühner…seit ich denken kann sind Tiere an meiner Seite. Artgerechte Haltung und genaue Kenntnis über ihre Bedürfnisse wurden mir, zusammen mit dem Verstehen der „Tiersprache“, von klein auf beigebracht.
Somit war der Schritt weg vom elterlichen Reiterhof und hinein in die tierlose Stadtwohnung für mich nicht einfach. Die bedingungslose Liebe der Tiere und die seelische Entspannung durch ihre bloße Anwesenheit fehlte.

Der wöchentliche Ausgleich im Tierheim, als ehrenamtliche Gassigeher, erfüllten unser Zuhause leider auch nicht mit wohligweicher Kuschelwärme. Und ein eigener Hund kam aufgrund der beruflichen Auslastung und der wohnlichen Situation nicht in Frage.
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So haben wir uns im Sommer 2013 dann endlich auf den Weg gemacht, uns einen schnurrenden Entspannungshelfer zu suchen.

Zunächst gestaltete sich unsere Suche recht schwierig. Da wir an einer stark befahrenen Straße wohnen, sollte es eine reine Wohnungskatze werden. Und da wir noch jung sind, und der neue Mitbewohner somit auch mal allein bleiben muss, sollte es auch keine zu junge Fellnase sein, die ständiger Beschäftigung bedarf. Kurzum, eine ältere Wohungskatze sollte es werden, die bei uns einen schönen Lebensabend verbringen kann.

Nun war das Angebot genau solcher Katzen in den umliegenden Tierheimen und Katzenhäusern eher begrenzt. Nach ein paar Wochen hatten wir die Hoffung schon fast aufgegeben, als wir im Internet auf eine Anzeige eines Katzenhauses in einem Dresdner Problemviertel stießen. Da die Einrichtung weder über eine eigene Homepage, noch über weitere Informationen im Internet verfügte, machten wir uns zunächst keine großen Hoffnungen, überhaupt jemanden vorzufinden.

An der angegebenen Adresse angekommen, erwartete uns ein heruntergekommener Altbau mit verschlossener Tür. Aber immerhin war ein Schild des Tierschutzvereins an der Klingel. Als wir der älteren Frau, welche auf unser Klingeln hin die Tür öffnete, unseren Wunsch mitteilten, wurden wir zunächst mit einem „wir haben schon Feierabend“ abgewimmelt. Nachdem wir mit Nachdruck darauf hinwiesen, dass wir die Katze sofort mitnehmen würden und mit der vorsorglich mitgebrachten Katzenbox wedelten, ließ man uns dann doch noch herein. Jimmy 1
Drinnen erwartete uns ein noch erschreckenderes Bild. Eine kleine Drei-Raum-Wohnung, voll mit Katzendreck und gefühlten 50 Katzen. Einige in Gitterkäfigen, die meisten freilaufend. In dem ganzen Gewusel stellte uns die Frau Danny als Wohnungskater von 9 Jahren vor. Er kam sofort an unsere Beine und ‚dutzte‘ uns in Katzenmanier mit seiner Nase an die Stirn. Wir waren sofort hin und weg und wollten den kleinen Schatz schnellstmöglich aus der schrecklichen Haltung holen.
Die Frau stopfte ihn ohne weitere Fragen in die mitgebrachte Box und führte uns ein Stockwerk tiefer, um die Papiere fertig zu machen.
Dort angekommen standen wir in einem winzigen, von Zigarettenrauch und Katzengeschrei erfüllten Zimmer. Die Chefin der Einrichtung hielt ihr Telefonat für wichtiger und ließ uns mit dem in der Box randalierenden Kater stehen. Dass die Katzen in diesem Zimmer auf den Schränken umhersprangen interessierte dort genauso niemanden, wie der meterdicke Zigarettenqualm, dem selbige ausgesetzt waren.
Nach einer endlos erscheinenden halben Stunde übergab uns die Chefin endlich Dannys Papiere und wir verließen fluchtartig den Ort des Grauens.

Schon auf dem Weg zum Auto stand fest: der Name muss geändert werden. In unserem letzten Urlaub haben wir einen wundervollen Tag mit einem gemieteten Suzuki Jimny Jeep gehabt, da war der Weg zu Jimmy nicht mehr weit.

Zuhause angekommen ging Jimmys erster Weg unter die Küchenzeile. Und dort blieb er, tagelang. Nur am Futternapf konnte man erkennen, dass er sich auch mal rausschlich, wenn keiner da war. So lebten wir die ersten Wochen quasi wie gehabt ohne Katze. Wir drängten ihn nicht und ließen ihm die Zeit, die er brauchte. Irgendwann kam er von ganz allein und fand es bei uns letztendlich schöner, als unter der Küche.
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Mittlerweile haben wir mit Jimmy eigentlich mehr einen Hund, als eine Katze.
Schon wenn man aus dem Fahrstuhl steigt, wird von innen mit dem Kopf gegen die Tür gestupst und wenn man in die Wohnung kommt, wird erst Ruhe gegeben, wenn man ihn ausgiebig begrüßt hat. Er hört auf seinen Namen und auf Pfeifen, er wartet brav vor der Tür, wenn man sein Futter macht, er apportiert – wenn er Lust hat – und will immer da sein, wo wir sind. Ein Leben ohne ihn ist nicht mehr vorstellbar und die Trauer immer groß, wenn man mal ein paar Tage nicht bei ihm sein kann.
Mein Partner sagt immer, er wünschte sich, dass Jimmy noch keine 11 Jahre alt ist, damit er noch ganz lang bei uns bleibt. Aber bei seiner Fitness und dem ausgeprägten Spielbetrieb, der täglich ausgelastet wird, ist Jimmy sicher noch lange an unserer Seite und bereichert unser Leben durch seine wundervolle Anwesenheit.

Und die Moral von der Geschichte?

Denkt an die Tiere, die im Tierheim traurig in der Ecke sitzen, bevor ihr euch eines vom Züchter oder aus der Zoohandlung holt.
Überlegt euch genau, wieviel Zeit ihr für euer neues Familienmitglied aufbringen könnt. Natürlich sind die Tierkinder immer niedlicher, als die älteren oder die Senioren, aber gerade die kleinen finden meist schneller ein Zuhause, als ihre älteren Artgenossen.
Behaltet im Kopf, wie lange gerade alten, nicht mehr so süßen oder etwas zerzausten Tiere vielleicht schon im Tierheim sitzen und auf ihre Chance auf ein warmes Sofakissen warten.
Und wenn ihr nicht sooo viel Zeit für ein Tier in eurem Alltag habt, dann denkt immer daran, dass ein junges Tier damit nicht so gut umgehen kann, ein älteres euch aber schon für sein eigenes weiches Plätzchen dankbar ist und nicht zwingend den ganzen Tag bespaßt werden muss.
(Natürlich bestätigen Ausnahmen immer die Regel)
Gebt den Seniorentieren die Chance auf einen Lebensabend außerhalb des Tierheims, sie werden es euch danken und tausendfach zurückgeben.

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