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5 tierische Redewendungen: Herkunft und Bedeutung (1)

Es gibt reichlich Sprichwörter, Redensarten und Redewendungen, die tierischen Ursprungs sind. Viele haben einen besonderen, interessanten oder lustigen Hintergrund. In einer Reihe von Artikeln klären wir einige dieser Redewendungen auf!

„Da wird der Hund in der Pfanne verrückt!“

Die Redensart stammt aus einer alten Erzählung von Till Eulenspiegel. Dieser arbeitet bei einem Bierbrauer, welcher einen Hund namens Hopf besitzt. Eulenspiegel wird vom Bierbrauer gebeten, Bier zu brauen und den Hopf zu sieden. Dabei nimmt er die Aufforderung des Bierbrauers wörtlich und wirft den Hund namens Hopf in einen Topf, um ihn zu kochen. Der Bierbrauer wird sehr wütend, da er nicht wollte, dass sein Hund in der Braupfanne siedet, sondern die Pflanzenart. Daraufhin jagt er seinen Lehrling Till Eulenspiegel vom Hof.

Heutzutage wird die Redewendung als Ausruf des Erstaunens verwendet. „Da wird der Hund in der Pfanne verrückt“ bedeutet, dass jemandem etwas passiert ist, was sehr überraschend war. Wenn man beispielsweise bei einem Glücksspiel gewinnt, so wird die Redensart verwendet, um die Überraschung zu verdeutlichen.

„Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.“

Einige Hühnerarten können durchaus ihren Geruchssinn zur Orientierung und Nahrungssuche einsetzen. Dennoch spielt bei Vögeln im Allgemeinen der Geruchssinn eine nur sehr untergeordnete Rolle. Die Augen und das Gehör sind ihre wichtigsten Sinnesorgane. Daher verlassen sich Hühner beim Picken ausschließlich auf ihre Augen. Ein blindes Huhn hätte also ein gravierendes Problem und müsste auf Verdacht irgendwo hin picken. Nur mit viel Glück erwischt es dabei ein Korn.

Mit dem Sprichwort setzt man sich einem blinden Huhn gleich. Wer also für eine Aufgabe nicht die erforderlichen Fähigkeiten mitbringt, kann dennoch erfolgreich sein. Die einen wollen damit Mut machen, andere widerum machen sich mit dieser Redewendung eher lustig.

„Auf den Hund gekommen.“

Das Sprichwort soll umschreiben, dass jemand kein Geld (mehr) hat. Im Mittelalter bewahrten die Menschen ihre Wertsachen in Truhen auf. Auf den Böden der Truhen wurde oft ein Hund geschnitzt. Dieser sollte als Wächter des Geldes und als Mahnung dienen, sparsam zu sein. Es war nichts mehr vom Hund zu sehen, sobald die Truhe gefüllt war. Je weniger sich also in der Truhe befand, desto mehr wurde der Boden und damit auch der Hund sichtbar. Der Besitzer war dann „auf den Hund gekommen.“

„Das war für die Katz.“

Die Mama hat den ganzen Vormittag die Böden in der Wohnung gewischt und ist außer sich vor Wut, als ihr Sohn nachmittags einfach mit seinen dreckigen Schuhen durch die Wohnung läuft. Es war also alles für die Katz…

Dieses Sprichwort lässt sich auf einen Schmied zurückführen. Denn ein Schmied hat stets gute Arbeit geleistet und ließ sich von seinen Kunden immer das dafür bezahlen, was ihnen die Arbeit wert gewesen war. Die Kunden fanden dies recht praktisch, wollten sie nämlich am liebsten gar nichts bezahlen. Also sagten sie einfach nur „danke“, wenn sie beim Schmied waren.

Der Schmied blieb also unbezahlt und wurde zunehmend griesgrämig, weil er immer umsonst arbeiten musste. Eines Tages nahm er eine dicke alte Katze und band sie in seiner Werkstatt an. Jedes Mal, wenn ihn nun ein Kunde mit einem „Danke“ abspeiste, sagte er zur Katze: „Katz, das gebe ich dir.“ Die Katze hatte also nichts davon, so dass sie von den leeren Worten nicht leben konnte und verhungern musste. Seitdem heißt es, wenn eine Arbeit umsonst war: „Das war alles für die Katz.“

„Einen Vogel haben.“  / „Bei dir piept es wohl!“

Mit dieser Redensart drückt man aus, dass eine andere Person „spinnt“, also etwas Verrücktes gesagt oder getan hat. Oft verwendet man auch den Spruch „Bei dir piept es wohl!“, während man mit dem Zeigefinger an die Schläfe tippt, um „jemandem einen Vogel zu zeigen“. Auch das beruht auf diesem Volksglauben.

Dieses Sprichwort beruht auf einen alten Volksgauben, dass Gesitesgestörtheit von Vögeln ausgelöst wurde. Dabei sollen psychisch kranke Menschen einen Vogel unter der Schädeldecke haben und im Gehirn nisten. Wenn dann jemand etwas tat, was niemand nachvollziehen konnte, dann hatte er wohl einen Vogel (im Kopf).

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