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Hund, Katze & Co.: Haustiere während der Schwangerschaft

Mehr als jeder zweite Deutsche hält sich ein Haustier. Derzeit leben rund 34,9 Millionen Haustiere unterschiedlichster Arten in deutschen Haushalten. Der typische Haustierbesitzer ist weiblich und liebt Samtpfoten. Meist sind auch Familien mit Kindern involviert. Daher ist es Zeit sich einen Überblick zu verschaffen, wie eine Schwangerschaft mit Haustieren gut zu durchleben ist. Gibt es hier Risiken? Worauf muss man besonders achten? Diese und weitere Fragen widmen wir uns.

Haustier – eine Gefahr für die Schwangerschaft?

Zunächst einmal, Haustiere stellen grundsätzlich keine Gefahr für Schwangere dar. Jedoch sollte man während der Schwangerschaft explizit auf die Hygiene und Gesundheit seiner Haustiere achten. Auch sollte man sich nach Kontakt mit den Tieren gründlich die Hände waschen und ggf. desinfizieren, damit keine eventuellen Erreger in die Schleimhaut gelangen, u.a. beim Zubereiten oder Verzehr von Lebensmitteln.

Lassen Sie Ihre Haustiere gründlich vom Tierarzt untersuchen, mit allem was dazu gehört: Impfung, Entlausung, Entwurmung. Letzteres ist nach der Geburt des Kindes in regelmäßigen Abständen nötig. Zudem wäre es sinnvoll, wenn die ganze Familie gegen Tetanus geimpft ist. Beim Baby passiert das automatisch mit der Sechsfach-Impfung ab der neunten Woche.

Trainieren Sie mit Ihrem Haustier bereits vor der Geburt, dass gewisse Stellen und Orte tabu sind, wie bspw. das Bett, die Wiege oder der Wickeltisch. Umgekehrt sollte auch der Schlafplatz Ihres Vierbeiners sicher vor dem Baby sein, um einen Rückzugsort zu gewährleisten.

Allergien vorbeugen

Bei Felltieren wie insbesonders die Katze, können Heuschnupfen und Asthma ausgelöst werden. Mütter, die selbst unter einer Allergie leiden, sollten sich daher umgehend ärztlich beraten lassen, denn das ungeborene Kind trägt ebenfalls ein Risiko damit. Tatsächlich werden Frauen, die ein Baby erwarten, empfohlen, sich während der Schwangerschaft von ihrem Haustier zu trennen. Im Gegensatz zu Kindern mit allergischen Eltern, scheinen Babys nicht allergischer Eltern besser vor Allergien geschützt zu sein, wenn sie mit Tieren aufwachsen. Die Wahrscheinlichkeit an einer Allergie zu erkranken, sinke hierbei sogar um 80 %. Die Vermutung dahinter ist, dass das Abwehrsystem sich mit echten Erregern beschäftigen muss und sich nicht mit vermeintlichen Allergenen abzugeben hat.

Vorsicht bei Katzen

Katzen sind die beliebtesten Haustieren mit rund 15,7 Millionen Tieren in Deutschland. Doch gerade bei Katzen müssen Sie besondere Hygienemaßnahmen treffen, denn in ihrem Katzenkot können sich Bakterien befinden, die sogenannten Toxoplasmose-Bakterien, die für Schwangere und ihr Ungeborenes sehr gefährlich werden können. Hier besteht sogar das Risiko einer Fehlgeburt oder schwere Folgen wie bspw. Schädigungen am Gehirn können durch eine Toxoplasmose-Infektion entstehen. Erste Anzeichen hierfür könnte ein grippaler Infekt sein. Daher überlasst die werdende Mutter die Reinigung des Katzenklo besser einem anderen Familienmitglied.

Vorsicht bei Nagern

Auch Hamster und Mäuse können Bakterien übertragen. In dem Fall handelt es sich um das LCM-Virus. Frettchen und Ratten übertragen Leptospirose und Listeriose. Wenn möglich, geben Sie ihre kleinen Freunde während der Schwangerschaft zu Ihren Freunden oder testen Sie sie auf diese Krankheiten.

Eingewöhnung von Haustier und Baby

Gewöhnen Sie Ihr Haustier direkt von Anfang an an Babys und Kleinkinder. Wenn Sie das nächste Mal bei einer Freundin mit Baby sind, nehmen Sie ihren Vierbeiner mit und machen Sie ihn mit der Situation vertraut.

Geben Sie Ihrem Haustier die Möglichkeit, das neue Kinderzimmer, Kinderbett oder Spielzeug zu erkunden. Oder während Mama und Baby noch in der Klinik verweilen, kann der Papa ein getragenes Kleidungsstück vom Baby mit nach Hause nehmen und sein Haustier daran riechen lassen. So nimmt das Tier den Geruch erst einmal auf und wird es beim Ankommen des Babys wiedererkennen. So wird das Kind sofort als Familienmitglied akzeptiert.

Legen Sie beim ersten Zusammentreffen das Baby dem Tier zu Füßen oder zumindest auf Augenhöhe entgegen. Ihr Haustier wird sich sein Leben lang für das Kind zuständig fühlen.

Ganz wichtig ist, dass Sie Ihr Haustier nie unbeaufsichtigt mit Ihrem Neugeborenen allein lassen.

Auch wenn Sie sich nur das beste Benehmen von Ihrem Haustier wünschen, muss das Tier sich nicht auch alles gefallen lassen. Ihr Hund darf ruhig knurren, wenn es die Situation erfordert, ohne dass Sie ihn gleich ab- oder bestrafen (wichtig: bitte setzen Sie Ihrem Tier keinerlei körperlichen Strafen aus!).
Versuchen Sie die Ursache herauszufinden, um den Grund zu verstehen, der sich hinter dieser Aktion verbirgt und somit beim nächsten Mal ggf. entgegenzuwirken. Kindern ab zwei Jahren kann man bereits erklären, dass ihr Freund der Vierbeiner mal in Ruhe gelassen werden möchte. Trennen Sie auch unbedingt Baby- und Haustierspielzeug voneinander, um Streit zu vermeiden.

Bitte achten Sie darauf, auch nach der Geburt des Kindes Ihrem Haustier genügend Aufmerksamkeit zu schenken. Beziehen Sie ihn in Ihr Tagesablauf mit ein und loben Sie ihn in regelmäßigen Abständen. So vermeiden Sie ein Fehlverhalten aufgrund von Eifersucht.

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